Samuel Goldfish presents:

„Das Opfervolk schlägt zurück“

Ein Film in Gloricolor und Panzervision

Ich versuche verzweifelt, die Mentalität jener Israelis zu verstehen, die mit einer völlig unglaubwürdigen Begründung einen barbarischen Einfall in ein Nachbarland unternehmen. Da ich entgegen anderslautenden Behauptungen kein jüdischer Selbsthasser bin, halte ich „die Juden“ nicht für verrückt. Daher lasse ich die Vermutung fallen, sie hielten sich gemäß den Worten von Rabbi Yaacov Perrin für höherstehend als andere Menschen. (Perrin soll in seiner Grabrede für Baruch Goldstein, der mit einem Sturmgewehr ein Massaker unter betenden Palästinensern angerichtet hatte, laut New York Daily News vom 28. Februar 1994 gesagt haben: „Eine Million Araber sind nicht so viel wert wie ein jüdischer Fingernagel.“)

Ein Fall von Selbsttäuschung?

Eine andere Selbsttäuschung aber halte ich durchaus für möglich. Nämlich dass sich die Verantwortlichen in Tel Aviv in einem von Hollywood produzierten Endlos-Film zu bewegen glauben, der sich aus Bestandteilen wie „Holocaust“‚ „Schindlers Liste“, „Shine“, „Der Pianist“ und schließlich „Das Imperium schlägt zurück“ zusammensetzt.

Prächtig inszenierte Massenunterhaltung aus dem Zentrum der amerikanischen Filmindustrie hat allerdings gegenüber der Realität mehrere Vorzüge: Erstens sehen sämtliche Schauspieler, nachdem sie in der Maske geschminkt und frisiert wurden, mehr oder weniger gut aus. Zweitens: Zwar müssen auch dabei manche, schlechte wie gute, „sterben“, aber danach erscheinen sie lächelnd wieder. Drittens können „Baddies“ schnell wieder zu „Goodies“ werden. Sogar Darth Vader, der „dunklen Seite“ zugehörig, geht auf Tournee, um seine Millionen von Fans zu begrüßen und die Werke des George Lucas zu vermarkten. Viertens werden da – bleiben wir beim Beispiel „Star Wars“ – Arme und Beine in einer Weise abgetrennt, die so steril ist, dass die Betrachter ohne mit der Wimper zu zucken versichern, das sei „gar nicht schlimm“.

Wenn wir diese Theorie zu Ende denken, hieße das, dass das glänzend ausgerüstete israelische Heer die Wirkung seiner Bomben und Granaten nicht richtig einzuschätzen weiß. Man hat sich eingeredet, zu einer Selbstverteidigungsaktion verpflichtet zu sein. Dass es sich um eine solche handelt, steht außer Zweifel: Die israelische Armee heißt ja „Israelische Verteidigungskräfte“ (Israel Defense Forces, IDF) und ist daher per definitionem immer mit „Verteidigung“ beschäftigt. Und dass alles „gar nicht schlimm“ ist, kann man im IDF-Verhaltenskodex nachlesen: „Soldaten der IDF werden ihre Waffen und Kräfte nicht benutzen, um Menschen, die Nichtkombattanten oder Kriegsgefangene sind, zu verletzen, und werden alles in ihrer Macht Stehende tun, um Schaden für deren Leben, Körper, Würde und Besitz zu vermeiden.”

Aber die Toten sind echt

Mit den modernsten Präzisionswaffen bombardiert also diese muskelstrotzende, aber durch ihren Verhaltenskodex auf Humanität verpflichtete „Verteidigungsmaschinerie“ nach Belieben das dicht besiedelte Herz Beiruts, den Hauptflughafen des Landes oder auch einmal eine Israel bekannte UN-Beobachterstelle – „just like in the movies“. Es starben dadurch schon etwa 1.000 Menschen. Merkwürdig. Dass es tatsächlich zu echten Toten kommen könnte und davon die Mehrheit völlig unschuldige Zivilisten – es ist den tapferen israelischen Politikern überhaupt nicht eingefallen.

Diese Verblendung ermöglicht es Menschen, die man für zivilisiert gehalten hatte, auch, Streubomben und Chemie-Waffen zum Einsatz zu bringen. Viele Leichen weisen Verletzungen auf, wie sie durch weißen Phosphor hervorgerufen werden, und Zeugenaussagen über glühende Gebäude weisen in dieselbe Richtung. Es erstaunt auch niemand, dass Lastwagen mit Hilfsgütern und Krankenwagen zerbombt werden. Und auch nicht, dass die israelische Luftwaffe südlich von Beirut Tanks zerschoss, so dass Tausende Tonnen Öl ins Mittelmeer laufen. Was alles nicht im Plot des Endlos-Films vorgesehen ist.

Aber man sollte die in Israel Herrschenden nicht für ihr Benehmen tadeln. Sie leben in einer Fantasiewelt. In dieser Welt hat der liebe Gott den Juden nicht nur Palästina gegeben, sondern das ganze Land zwischen den Flüssen Nil und Euphrat (Genesis 15, 18). Sicher, um dieses ungeheure Territorium zu erobern, wird es mindestens vier bis fünf zweistündige Leinwand-Extravaganzen geben müssen – oder, wenn es besser verkaufbar ist, einen Mehrteiler. Die Entscheidung wird vom Produzenten (sprich der US-Regierung) bald getroffen werden.

Denken Sie aber nur an die Kosten der Spezialeffekte dieser Produktion! Wer wird das alles bezahlen, selbst wenn es für den Produzenten am Ende doch noch rentabel sein sollte? Ja, unter den Investoren werden alle EU-Mitgliedsländer sein, die sich von der Aufführung des Films Vorteile versprechen oder die, wie die deutschen Volksvertreter, gewohnheitsmäßig amerikanische „Action“-Streifen europäischer Filmkunst vorziehen.

Am Schluss wird es wie stets bei derartigen US-Kassenschlagern ein „Happy End“ geben. Bei Sonnenuntergang werden sich die Unterhändler der USA, Großbritanniens, Groß-Israels und des Beamtenparadieses EU die Hände schütteln. Es leben die amerikanischen Werte und die „Pax Americana“!

Auf die Straße gegen diese Barbarei!

So ungefähr haben die Israelis ihr Drehbuch an den Produzenten geliefert. Der Produzent ist einverstanden und verhindert seit mehr als drei Wochen per Veto eine Verurteilung des israelischen Vorgehens durch den UNO-Sicherheitsrat, der sich selbst nach dem verheerenden israelischen Luftangriff auf das Dorf Kana mit an die 60 Toten, davon 37 Kinder, nur „extrem schockiert und erschüttert“ zeigen konnte. Sogar die mutige Erklärung des Generalsekretärs Annan, der Angriff auf den UNO-Posten, bei dem vier UNO-Beobachter getötet worden waren, sei „offensichtlich vorsätzlich“ erfolgt, zog keine Verurteilung Israels durch den Sicherheitsrat nach sich.

Aber wie steht es mit uns, dem einfachen Publikum, das diesen Vorführungen nicht länger zusehen möchte? Wir, das machtlose Volk – obwohl durch „Funny Girl“ (1968), „Fiddler On The Roof“ (1971) und „Yentl“ (1983) gewohnt, uns mit der jüdischen Sicht zu identifizieren – wissen ja, dass es nicht um einen Film geht, sondern um schreckliche Tatsachen. Schon hat sich auch El Kaida zu Wort gemeldet und wegen der Offensive im Libanon Moslems auf der ganzen Welt zum Kampf gegen Israel und seine Unterstützerstaaten aufgerufen. Das war im Voraus zu erwarten – und ist auch von Politikern erwartet worden. Nur sind diese, in ihren gepanzerten Wagen und von Leibwächtern umgeben, gut geschützt.

Die Welt ist nicht in erster Linie in arme und in reiche Länder geteilt, sondern in Machtgierige (und deren Mitläufer und Nachahmer) und Machtlose, egal in welchem Land. Wie die kriminell verschwenderische US-Regierung das Geld ihres untergebildeten Volkes zum Fenster hinauswirft, ist ihre Sache. Wir Europäer sollten aber selbst entscheiden können, was wir mit unserem Geld und mit uns machen lassen.

Was hat das alles mit Deutschland zu tun, abgesehen davon, dass das deutsche Volk mit den Völkern Libanons, Syriens und des Iran befreundet ist und bleiben will? Wir müssen auf die Straße gehen – nicht zu Tausenden, sondern zu Millionen –, um gegen diese Barbarei zu demonstrieren. Wenn es nicht sofort aufhört, werden wir die Folgen hautnah zu spüren bekommen.

Gerard Menuhin

via Menuhin und wie er die Welt sieht.

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