Vor 75 Jahren – Was wirklich geschah Teil 7

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DIE GESCHICHTE IST DIE BESTE LEHRMEISTERIN — natürlich nur dann, wenn man die historische Wahrheit kennt.

Um Geschichte verstehen zu können, muss man sich mit den handelnden Personen beschäftigen — vor allem den Entscheidungsträgern. Die wichtigste Verbindung zwischen den Staaten stellen die Außenminister und die Botschafter dar — und die haben natürlich einen großen Einfluss darauf, ob ein Krieg stattfindet oder nicht.
Kennard war ein Gegner der auf den Erhalt des Friedens gerichteten Politik seines Kollegen und Landsmanns Henderson in Berlin. Er hat uns seltsamerweise — im Gegensatz zu den meisten Spitzendiplomaten der damaligen Zeit — anscheinend nichts Schriftliches hinterlassen.3.9.39.b
Über Beck habe ich etwas bei den englischen Historikern Martin Gilbert und Richard Gott gefunden:
„Die Franzosen bezweifelten die Ehrlichkeit Becks. Léger sagte Phipps, dass es unklug wäre, ihm zu trauen, da Beck »Rumänien verraten habe, oder drauf und dran sei, es zu tun«. Beck wolle die Deutschen nach Süden ablenken, um seine eigene Haut zu retten; er sei »vollendet zynisch und unaufrichtig«.“
Gilbert, Gott 1964 – Der gescheiterte Frieden, S. 184
Jozéf Beck (1894 — 1944) war Oberst der polnischen Armee und von 1932 bis 1939 Außenminister Polens. Er kämpfte gemeinsam mit Pilsudski zu Anfang des 1. Weltkrieges auf unserer Seite.
Zur Erinnerung: Am 5. November 1916 wurde im Säulensaal des Warschauer Königsschlosses auf Beschluss unseres Kaisers und Österreich-Ungarns das Königreich Polen proklamiert. Die freundschaftliche Behandlung Polens durch den energischen Herrn aus Österreich war also so neu nun auch wieder nicht.
Alexis Leger (1887 — 1975) war 1933 bis 1940 Generalsekretär des französischen Außenministeriums
Eric Phipps (1875 — 1945) war 1933 bis 1937 britischer Botschafter in Berlin, danach bis 1939 Botschafter in Paris. Erklärter Gegner der Appeasement-Politik — sein Schwager war Robert Vansittart, der in die Geschichte als die Personifikation des Deutschenhasses einging.

DEUTSCHE — WOLLT IHR EWIG ZAHLEN ?

Wie wichtig die Klärung der Kriegsschuld für die heute lebenden und auch für die nächsten Generationen ist, scheint vielen noch gar nicht klar zu sein. Ich hoffe, dass folgende Ausführungen möglichst vielen die Ohren öffnen!
Nachstehende Äußerungen des Altkanzlers Schmidt im Dezember 2010 gegenüber dem Handelsblatt offenbaren ein Prinzip der Nachkriegspolitik — gleich wie der Pariser Finanzminister Klotz, ein Schüler des Deutschenhassers Clemenceaus, nach dem 1. Weltkrieg zynisch erklärte: „Le Boche payera tout“ („Der Deutsche muss alles bezahlen“)!
07.12.2010, von David Marsh
Frage:
Angenommen, Sie sind Gläubiger, fühlen sich in einer verwundbaren Position und sehen, dass Ihre Vermögenswerte abgeschrieben werden. Es kann sein, dass Ihr Guthaben, Ihre Reserven niedriger ausfallen, als Sie gedacht haben, weil die Schuldner nicht in der Lage sein werden, ihre Schulden zu tilgen.
(Diese furchtbar geschraubte Frage des Journalisten soll schlicht und einfach nur bedeuten: Warum gibt Deutschland Kredite in Höhe von hunderten Milliarden Euro an Pleite-Staaten, obwohl diese wahrscheinlich das Geld niemals zurückzahlen werden.)
Helmut Schmidt:
Das geht weit über die Frage der Währungen und der Währungsreserven hinaus. Deshalb ist es auch eine psychologische
Frage. Ich meine die Psychologie von Völkern und ihrer öffentlichen und veröffentlichten Meinung. Wegen der Nazizeit und des Zweiten Weltkriegs wird Deutschland für lange Zeit in der Pflicht stehen – für das ganze 21. Jahrhundert, vielleicht sogar noch für das 22. Jahrhundert.
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/angela-merkel-agiert-nicht-sehr-geschickt/3658816.html
Jeder Historiker weiß natürlich, dass Deutschland keine Schuld am 2. Weltkrieg hat — aber die wenigsten haben den Mut, dies in Deutschland zu sagen, weil die Alleinkriegsschuld eine Säule der BRD ist. Der Rektor der Universität Tübingen, Professor Theodor Eschenburg, erklärte hierzu Anfang der 60er Jahre: „Wer die Alleinschuld Deutschlands am 2. Weltkrieg bezweifelt, zerstört die Grundlage der Nachkriegspolitik.“
Gegensätzlich äußerte sich schon 1951 der weltbekannte US-amerikanische Wissenschaftler Harry Elmer Barnes:
„Obwohl eindeutig auf dokumentarischer Grundlage bewiesen worden ist, dass Hitler nicht verantwortlicher – wenn überhaupt mitverantwortlich – für den Krieg von 1939 gewesen ist als der Kaiser es 1914 war, stützte man sich nach 1945 in Deutschland auf das Verdikt der deutschen Alleinschuld, das von der Wahrheit genauso weit entfernt liegt wie die Kriegsschuldklausel des Versailler Vertrages … Das Kriegsschuldbewusstsein (nach 1945) stellt einen Fall von geradezu unbegreiflicher Selbstbezichtigungssucht — ohnegleichen in der Geschichte der Menschheit—- dar. Ich kenne jedenfalls kein anderes Beispiel in der Geschichte dafür, dass ein Volk diese nahezu wahnsinnige Sucht zeigt, die dunklen Schatten einer Schuld auf sich zu nehmen an einem politischen Verbrechen, das es nicht beging — es sei denn jenes Verbrechen, sich selbst die Schuld am Zweiten Weltkrieg aufzubürden.“
Harry Elmer Barnes (1889-1968) war Soziologe, Historiker und Professor an der Columbia-Universität in New York. Er widmete sich besonders den Problemen der historischen Soziologie.

via Geschichtsrevision.

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